Mittwoch, 4. September 2013

Schüler vor Werken von Fischli und Weiss



Es ist Spätsommer, nein, es ist mittlerweile Herbst geworden in unserer Stadt. Das Blau des Himmels hat sich verblasst, die Blätter der Bäume, einst grün, unterliegen nun dem Gelbwerdungsprozess eines langsamen Vertrocknens bis sie fallen und Teppiche auf den Boden weben - eins drüber, eins drunter, eins hier, eins da.

Später dann vereinzelte Durchblicke, dort wo das Laub lichter geworden ist. Einst versteckte Architekturstrukturen  treten nun verstärkt hervor. Nur dort, wo die Strasse eine Schneise geschlagen hat, ist der Blick frei.- Kante auf Kante, hart, eckig - Stahl, Bitumen und Beton.

Im Winter dann werden nur noch die Baumsilhouetten zusehen sein. Stille wird einkehren und Farblosigkeit besonders am Sonntagmorgen bis zum kommenden bunten Frühling.







Matt Mullican, Silke Schatz, Norbert Möslang


Im Rahmen des Blogs befassten wir uns mit den Künstlern Matt Mullican, Silke Schatz und Norbert Möslang.

Matt Mullican
Der US-amerikanische Konzeptkünstler und Bildhauer Matt Mullican wurde im Jahre 1951 in Kalifornien geboren. Er studierte am California Institute of the Arts, wo er mit 23 Jahren seinen Bachelor of Fine Arts machte. Des Weiteren unterrichtete er als Professor, sowie als Gastdozent an unterschiedlichen Schulen.
Seine Werke, welche er in der Lokremise ausstellt, widmet er dem Thema Stadt.
Mit diesen Bildern möchte er unterschiedliche Welten zusammenbringen, zum einen die utopische, zum andern die historische Welt. Unsere Welt unterteilt Matt Mullican in die folgenden fünf Kategorien, welche von ihm frei erfunden sind:
  •           Materie, die er grün darstellt
  •           Gegenstand, von ihm blau dargestellt
  •           Kreativität hebt er gelb hervor
  •           Sprache setzt er schwarz in Szene
  •           Subjektive Bedeutung stellt er in rot dar

Seit den 70er Jahren macht er diese Unterteilung und will somit die Welt ordnen, welche sich jedoch nicht mehr ordnen lässt.
Was bedeutet für ihn Stadt?
Zum einen ist sie für ihn die Abbildung vom gesamten Kosmos, zum andern entspricht für ihn der Universalbegriff Stadt einer allgemeinen Denkbewegung. Laut Mullican spielen sich viele Dinge, die mit Urbanität in Verbindung gebracht werden, im Kopf eines jeden Menschen ab.

Silke Schatz
Silke Schatz kam im Jahre 1967 in Deutschland auf die Welt. In Braunschweig besuchte sie von 1987 – 1995 die Hochschule für Bildende Künste. Sie stammt aus der 80er Jahre Besetzerszene.
In ihren Werken durchleuchtet sie Häuser und stellt ihre Grundrisse dar. Das in der Lokremise ausgestellte Bild zeigt eine Konzerthalle, in welcher eine Ausstellung stattfindet. Silke Schatz möchte eine persönliche Bindung zu allen ihren Werken herstellen, dazu bildet sie zwar reale und manchmal auch historische Gebäude ab, bringt aber noch ihre eigenen Erfahrungen hinein. Somit will sie mit ihren Werken einen eigenen Architekturstil erschaffen.


Norbert Möslang
In der Lokremise sieht man zwar kein fassbares Werk, jedoch hört man von ihm viel. Denn dieser Künstler nahm an einem Sonntagnachmittag bei einem Spaziergang von seinem Atelier in die Lokremise alle die ihn umgebenden Geräusche auf und spielt sie nun in der Lokremise ab.

Sonntag, 1. September 2013

Franz Ackermann: Facing Sunrise

Äusserliche Eindrücke
Franz Akermanns Werk, er nennt es facing sunsrise, ist ein begehbares Kunstwerk. In der Mitte dominiert ein würfelförmiger Käfig. An den vier Wänden malt und zeichnet er schwarz, weiss und filigran mit Bleistift. Farben wie knalliges Orange, Braun, Königsblau und Gelb stechen vom weissen  Hintergrund hervor. Der freie Blick zur anderen Wand ist durch den Käfig eingeschränkt. Ein Portrait des Künstlers ziert eine Ecke in dem anderen ist ein Ausschnitt einer Palme und eine Metallkonstruktion angebracht. 
Ein Rundgang um den Käfig wirft Fragen auf und lässt Interpretationen aufkommen...

Innerliche Eindrücke:
Vorerst beeindruckt das Kunstwerk: die Genauigkeit, die Feinheit, der Kontrast zwischen Bleistift Zeichnungen und die farbenfrohen Akzente- sowie das Zusammenspielen der einzelnen Fragmente zu einem Gesammtbild. Durch die vielen Details verliert (und verliebt ;) ) man sich schnell in Franz Ackermanns Werk. Der grosse Eisenkäfig in der Mitte verleiht jedoch ein wenig das Gefühl, eingeengt zu sein. Es lässt einem nicht die volle Freiheit, das Kunstwerk zu geniessen. Ob dies die Bedrängnis der Urbanität ist? Inwiefern lässt sich der Titel des Bildes im Werk wieder finden? Diese Fragen konnten wir uns nicht beantworten, was wiederum Absicht des Künstlers sein könnte.  Dennoch sind wir sehr beeindruckt von diesem Kunstwerk- sei es wegen der Grösse oder den Finessen.

Mittwoch, 21. August 2013

Beat Streuli Eindrücke und Kommentar

Beat Streuli nimmt mit seinen Teleobjektiven gewöhnliche und bekannte Stadtszenen auf, mit denen er versucht, eine Impression der Stadt zu vermitteln. Lange Zeit hat er in Birmingham gelebt und gearbeitet, doch versucht er (im Gegensatz zu Andrea Geyer) nicht, eine bestimmte Stadt darzustellen. Vielmehr versucht er durch die Nahaufnahmen von Individuen mit ihrer unmittelbaren Umgebung sowie durch architektonische Gegenstände die Stadt als Lebensraum zu zeigen.
 

Was mir erwähnenswert erscheint, ist, dass Streuli trotz der Einzelpersonen und den Momentaufnahmen die Stadt oder das Verständnis jener darzustellen versteht. In der „fast malerischen Komposition“, wie der Kurator seine Bildzusammenstellung beschreibt, setzt er nämlich unzählige Fotos aneinander und kreiert so eine Gesamtidee. Sie befindet sich im Eingangsbereich und stimmt so den Betrachter schon auf das Thema der Ausstellung ein.
Das Wallpaper wirkt auf mich recht kalt. Zum einen sind die Farben recht kalt angesichts der zahlreichen grauen Hauswände und farbabschwächenden Fenster. Zum anderen bleiben die Menschen, trotz dem, dass sie das zentrale Motiv des Künstlers sind, in ihrer individuellen Welt anonym verhaftet. Sie kommunizieren nicht mit dem Betrachter. Somit spiegeln sie eine realistische Stadtsituation, wie man sie im Alltag erlebt.


Eine ganze Stadt in der Lokremise


Bereits beim Betreten der Ausstellung „Nenn mich nicht Stadt“ fallen einem Elemente des städtischen Alltags ins Auge. Die Atmosphäre gleicht derjenigen einer Stadt, was vor allem an den Kunstwerken liegt und durch die Struktur des Gebäudes der Lokremise intensiviert wird. Urbane Geräusche unterstreichen das Erlebnis. Die Aufmachung der Ausstellung tangiert bereits die Frage: „Was ist Urbanität?“ – eine der Leitfragen der ganzen Zusammensetzung. Aber nicht nur die Frage nach Urbanität, sondern auch die des Erlebens einer Stadt und die der Struktur einer Stadt, werden von den Künstlern behandelt. Diese soziologischen Fragen werden aus verschiedenen Perspektiven von den Künstlern beantwortet und regen zum Nachdenken an.
Erste Eindrücke (Simone)

Aber was ist Urbanität? Die geläufigste und interessanteste Auslegung von Urbanität stammt aus der Soziologie. Dabei wird die Veränderung der städtischen Gesellschaft, durch die Stadt selbst in den Mittelpunkt gestellt. Zudem werden die Alltagswelt sowie auch die Lebensweise behandelt.

Das Ziel unseres Blogprojekts ist es, die Frage nach Urbanität für uns selbst zu beantworten, sowie drei Künstler (Peter Piller, Matthew Buckingham, Katalin Deér)  und ihre Auffassung von Urbanität durch ihre Werke in der Ausstellung genauer zu analysieren und zu vermitteln.

 

-          Simone Niederer, Gwendolyn Fässler, Lukas Seeholzer

"Erste (nicht) Stadtluft schnuppern" - Ackermann, Pernice und Reski begeistern







 

Ergänzungsfachprojekt Gymnasium Appenzell



Vom Land in die Stadt

Freitag, sechzehnter August, elf Uhr

Wir setzen uns ins Auto, fahren ohne viele Gedanken von A nach B. Kaum nehmen wir unsere Umgebung wahr. Wenn wir von Appenzell Richtung St.Gallen fahren, machen wir eine Reise in eine andere Welt. Denn wenn man auf dem Land aufwächst, kennt man die Verhaltensweisen und Regeln nicht, welche man in einer Stadt beachten muss. Mit einer Stadt verbinden wir grosse Menschenmengen, hohe Hochhäuser und grosse Mengen an Abgasen. Die Nacht wird zum Tag und die Stadt scheint nie zu schlafen. Ganz anders ist es auf dem Land. Grosse Menschenmengen gibt es nur selten und hohe Häuser keine. Wenn wir uns nun in diese unbekannte Welt begeben, kommen wir uns vor wie kleine Ameisen in einem riesigen Haufen unseres Gleichen. Alles ist uns unbekannt. Wenn wir eine Stadt betreten achten wir auf ganz andere Dinge. Wir sehen den Abfall, riechen die Abgase und hören den Lärm des Verkehrs.
Stadt ist ein kleines Wort mit viel Inhalt. Vieles wird damit assoziiert und fast alle Kulturen und Einstellungen finden sich darin wieder. Jeder findet Seinesgleichen und jeder darf seine eigene Meinung vertreten. Fahre ich also vom Land Richtung Stadt wechselt die Landschaft, die Art der Häuser und der Geräuschpegel. Auf den Strassen sind mehr Autos und auf den Trottoirs sitzen Bettler.
Nach 20 Minuten Fahrt treffen wir in der Lokremise ein. Die Lokremise steht in mitten von Hochhäusern und Lagerhallen und sie selbst strahlt die alte und ruhige Welt aus. Ein Stück Land in der Stadt.
Mit gemischten Gefühlen betraten wir dann die Lokremise. Schon im Eingang begegnet man Gegenständen, welche man in der Stadt vorfindet. In der ganzen Ausstellung wird das Thema der Stadt angeschnitten, ob kritisch oder ganz sachlich. Von Baustellenlärm bis zu Kühen findet man alles in der Ausstellung „Nenn mich nicht Stadt“.