Im Vorfeld seiner Ausstellung veranstaltete der Künstler Tatsuo Miyajima in der Lokremise vier Workshops, zu denen er Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener kultureller Herkunft eingeladen hat.
Die insgesamt 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden vom Künstler beauftragt, in ihrer Muttersprache einen Countdown von 9 bis 1 zu sprechen und dabei ihre Stimmen auf einem IC Recorder aufzuzeichnen. Wie der Countdown gesprochen wurde – ob laut, leise, schnell, langsam, expressiv oder monoton – überliess Miyajima der Gestaltungsfreude der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Während der Aufnahme konnten sich diese frei auf dem Gelände der Lokremise bewegen. Am Ende sollte jede Person eine etwa drei Minuten lange Sprechsequenz abgeben.
Als einzige Anweisung gab der Künstler den Partizipierenden mit, nie die Ziffer Null auszusprechen. Die Null als Symbol des Absoluten, aber auch des Nichts bleibt ausgespart, da sie gleichbedeutend mit Stillstand und Tod sei. Die endlose Wiederholung der Zahlen dient Tatsuo Miyajima als Hinweis auf den unendlichen Kreislauf des Lebens.
Das Zählen wird zur Metapher für die Auseinandersetzung mit den Grundfragen des menschlichen Daseins. In Counter Voice werden insgesamt 40 individuelle Soundperformances zu einer partizipativen Soundarbeit zusammengeführt.
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Mittwoch, 1. Juni 2011
"Die Türe"
Beschreibung: Eine weisse abgeschlossene Türe hängt an einer weissen Wand, der Schlüssel steckt. Es handelt sich um die Türe des Ateliers der Künstler.
Standort: Die Türe befindet sich unauffällig an einer Nebenwand und ist nur bei genauerem Betrachten ersichtlich. Merkwürdigerweise befindet sie sich nicht am Boden, sondern hängt in einer Höhe von etwa 2 Metern.
Interpretation: Es ist fraglich, wie die Türe überhaupt befestigt wurde und ob sie sich öffnen lässt. Falls ja, befindet sich lediglich eine weisse Wand oder womöglich sogar ein unbekannter Raum dahinter? Spannend ist auch der Gedanke, dass das Atelier momentan nicht abgeschlossen ist. Wir denken, dass mit dieser Türe ein Bezug zwischen dem Atelier, wo die Kunstwerke entstanden sind, und der Ausstellung hergestellt wurde. Wir sind einerseits vom Werk irritiert, andererseits finden wir es eine innovative Idee.
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